Schwermetallbelastung - Gestaltung Kinderspielflächen
Schwermetallbelastung - Gestaltung Kinderspielflächen
Leistungsbeschreibung
Allgemeines
Der folgende Text enthält Informationen zur Gestaltung von Kinderspielflächen in den schwermetallbelasteten Bereichen des Landkreises Göttingen, um die Aufnahme von Schwermetallen zu reduzieren.
Kinder stellen aufgrund ihrer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Umweltbelastungen eine besonders zu schützende Gruppe dar. Daher muss für Kinder darauf geachtet werden, die zusätzliche Zufuhr von Schwermetallen über das Umfeld des Kindes so niedrig wie möglich zu halten.
Die absichtliche oder auch die beiläufige Bodenaufnahme über den Hand-zu-Mund-Kontakt ist bei Kleinkindern besonders ausgeprägt. Auch die inhalative Aufnahme durch Staubabwehungen von offen liegendem Boden muss unterbunden werden. Je bindiger oder verfestigter der Boden ist, desto schwieriger gestaltet sich die Aufnahme – auch mit der Hand oder mit einem schabenden Gegenstand (Sandspielzeug).
Beim Betreten der Wohnung sollten die Schuhe gewechselt werden, damit kein belasteter Schmutz in die Wohnung getragen wird. Es sollte darauf geachtet werden, dass sich die Kinder nach dem Spielen im Garten die Hände und das Gesicht waschen.
1. Grabespiele
Grabeaktivitäten der Kinder sollten gezielt auf unbelastete Bereiche, wie Sandkästen, gelenkt werden.
Bei der Anlage von Sandkästen muss selbstverständlich unbelastetes Material verwendet werden. Dafür eignet sich handelsüblicher Spielsand. Der saubere Sand muss vom belasteten Boden getrennt werden – nach unten am besten mittels eines wasserdurchlässigen Geotextils oder einer Grabesperre aus Grobkies. Zu den Seiten sollte der Sandkasten mit Holzbohlen oder Bordsteinen, die über die Erdoberfläche ragen, begrenzt werden.
Da ein Eintrag von Fremdmaterial trotzdem auf Dauer unvermeidlich ist, sollte der Sand regelmäßig gewechselt werden.
2. Bewegungsspiele
Es wird empfohlen bei erhöhten Schwermetallgehalten im Garten eine möglichst geschlossene Vegetationsdecke mit dichtem Grasbewuchs herzustellen. Dieser verhindert in der Regel durch seine stark verzweigte Wurzelzone einen Zugriff durch Kleinkinder, auch mit Spielgeräten.
Bereiche für Bewegungsspiele, in denen Rasen zu stark mechanisch belastet wird, um eine dauerhafte Vegetationsdecke zu garantieren, können durch Gummimatten gesichert werden. Alternativ ist ein Bodenaustausch eine mögliche Maßnahme.
3. Spielen in der Natur
Beim Spielen in freier Natur kann der Kontakt von Kindern mit belasteten Böden in der Regel nicht vermieden werden. Kinder sollten daher erst dann auf ungesicherten Flächen spielen, wenn sie alt genug sind, um auszuschließen, dass sie Boden oder mit Bodenmaterial verdreckte Gegenstände in den Mund nehmen.
Hinweis: Besonders belastet sind häufig Bereiche an Flüssen und Bächen.
Rechtsgrundlage
Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und zur Sanierung von Altlasten (BBodSchG)
Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV)
Niedersächsisches Bodenschutzgesetz (NBodSchG)