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Bodenbelastungen durch Schwermetalle im Harz und im Harzvorland


Leistungsbeschreibung

1. Was sind harztypische Schwermetallbelastungen und wo sind diese zu erwarten?
Im Bereich des Harzes finden sich Gesteine, die wirtschaftlich bedeutende Mengen an Metallen enthalten (Erze). Diese Erze wurden jahrhundertelang abgebaut und zu Metallen weiterverarbeitet (verhüttet). Durch ihr natürliches Vorkommen, den Abbau und die Verarbeitung finden sich erhöhte Metallgehalte in vielen Böden des Harzes und des Harzvorlandes. Diese Metalle sind natürlicher Bestandteil unserer Umwelt, kommen in den Harzböden aber infolge menschlicher Einflüsse örtlich in stark erhöhten Konzentrationen vor. Dies gilt für das Schwermetall Blei, die sogenannten Übergangsmetalle Cadmium, Kupfer und Zink sowie die sogenannten Halbmetalle Antimon und Arsen. Alle diese Elemente werden in diesem Zusammenhang unter dem Begriff „Schwermetalle“ zusammengefasst. 
Im Landkreis Göttingen sind lediglich das Metall Blei und das Halbmetall Arsen bodenschutzrechtlich relevant. In einigen anderen Gebieten des Harzes gilt dies auch für Cadmium – innerhalb des Landkreises Göttingen sind problematische Cadmiumwerte aber die Ausnahme.
Eine Übersicht, wo Flächen mit erhöhten Schwermetall-Konzentrationen zu erwarten sind, bietet der Kartenserver des Niedersächsischen Bodeninformationssystems NIBIS (dort bitte den Suchbegriff „Erwartungsflächen“ eingeben). Die Belastungen innerhalb des Landkreises Göttingen sind auf den Altkreis Osterode beschränkt. Bei der Verteilung der Schwermetalle spielen Flüsse eine große Rolle. Auenbereiche sind oft hoch belastet und über die Harzflüsse haben sich die Schwermetalle weit nach Norden verteilt. Während Bleibelastungen im gesamten Altkreis Osterode auftreten können, sind die Arsenbelastungen auf Bereiche an der Oder beschränkt.

2. Welche Probleme ergeben sich aus den Belastungen?
Beim Kontakt mit diesen Metallen können manche von ihnen gesundheitliche Probleme auslösen. Grundsätzlich lässt sich eine Aufnahme von Schwermetallen nie ganz vermeiden, da sie Bestandteil unserer Umwelt sind. Je größer die aufgenommene Menge ist, desto eher können gesundheitliche Probleme auftreten. Die genauen Auswirkungen hängen dabei davon ab, welche Schwermetalle in welcher Menge aufgenommen werden. Kinder, Schwangere und Stillende sind besonders gefährdet.
-    Die Aufnahme von Blei schädigt dabei insbesondere das Nervensystem, aber auch die Blutbildung und den Magen-Darm-Trakt
-    Die Aufnahme von Arsen kann vielfältige gesundheitliche Probleme verursachen, insbesondere Hautveränderungen, Schäden am Nervensystem und Herz-Kreislauf-Probleme

3. Wie kann man sich schützen?
Die Aufnahme von Schwermetallen kann durch folgende Maßnahmen reduziert werden:
-    Gestaltung der Außenanlagen (Sanierung der Gärten)
-    Anpassung der Bewirtschaftung des Gartens
-    Hygiene beim Verzehr von selbstangebautem Obst und Gemüse
-    Gestaltung von Kinderspielflächen

Die Aufnahme von Schwermetallen kann durch die Beachtung der folgenden Empfehlungen reduziert werden:
-    Gartennutzung Anbau und Verzehrempfehlungen 
-    Gestaltung Kinderspielflächen 
Der Landkreis Göttingen prüft bei Bauprojekten und anderen Bodenbewegungen, wie mit Aushubmassen umzugehen ist und ob Schutzmaßnahmen auf belasteten Grundstücken notwendig sind.
Zusätzlich arbeitet der Landkreis Göttingen als untere Bodenschutzbehörde an einer Bodenplanungsgebietsverordnung. Damit werden wichtige Aspekte des Umgangs mit schwermetallhaltigem Bodenmaterial und der Nutzung belasteter Grundstücke verbindlich geregelt.

4. Was sollte ich als Besucher*in des Harzes beachten?
Tourist*innen sind in der Regel keinen größeren Risiken durch die Schwermetalle ausgesetzt. Waschen Sie Ihre Hände und Kleidung, falls diese mit Boden verschmutzt sind. Falls Sie mit Kindern reisen, beachten Sie die Empfehlungen zur Gestaltung von Kinderspielflächen in schwermetallbelasteten Bereichen. Dann können Sie die wunderschöne Landschaft des Harzes unbeschwert genießen.

Weitere Informationen finden Sie hier:
Arsenverteilung in der Oderaue 
Gesundheitliche Auswirkungen - Human-Biomonitoring
Regelungen zum Umgang mit Boden

Keine standardisierbaren Prozesse vor Erstellung BPG-VO

Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und zur Sanierung von Altlasten (BBodSchG)
Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV)
Niedersächsisches Bodenschutzgesetz (NBodSchG)