Schwermetallbelastung - Gesundheitliche Auswirkungen - Human-Biomonitoring
Schwermetallbelastung - Gesundheitliche Auswirkungen - Human-Biomonitoring
Leistungsbeschreibung
Arsen ist ein natürlicher Bestandteil der Erdkruste. Anorganische Arsenverbindungen können ebenso aus industriellen Emissionen stammen. Im Hinblick auf ihre chronische Giftigkeit und krebserzeugende Wirkung sind sie von hoher umweltmedizinischer Bedeutung. Organische Arsenverbindungen werden von biologisch aktiven Systemen gebildet und kommen angereichert in Meerestieren vor.
In natürlichen Böden finden sich Arsengehalte zwischen 0,1 und 20 mg/kg Boden. Mancherorts können die natürlichen Hintergrundwerte für Arsen auch über 100 mg/kg Boden liegen. Kontaminierte Böden, zum Beispiel im Umfeld von ehemaligen Arsenproduktionsstätten, können mehr als 1.000 mg/kg Boden enthalten. Auch im Landkreis Göttingen finden sich im Bereich der Oderaue Bereiche mit erhöhten Arsengehalten. Hintergrund ist die ehemalige Silber- und Arsenikproduktion bei Sankt Andreasberg.
Bemerkenswerterweise zeigen bisherige Erkenntnisse aus anderen Gebieten Deutschlands jedoch in der Regel keine gesundheitlichen Auswirkungen bei vergleichbaren Belastungssituationen, wie sie im Gebiet des ehemaligen Landkreis Osterode vorliegen.
Dessen ungeachtet hat der Landkreis Osterode am Harz in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt Betroffenen, aus dem Gebiet mit erhöhten Arsengehalten im Boden, eine Untersuchung angeboten. Das sogenannte Human-Biomonitoring (HBM) sollte feststellen, ob Arsen sowie Antimon und Cadmium in erhöhter und ggf. gesundheitlich relevanter Menge aufgenommen wurden. Cadmium und Antimon werden hierbei aus wissenschaftlichen Gründen mit bestimmt.
Heutzutage wird die innere Arsenbelastung des Menschen üblicherweise durch die Bestimmung dieses Elements und seiner Verbindungen im Urin erfasst. Für die Untersuchung ist lediglich eine Urinprobe erforderlich, die anschließend im Labor untersucht wird.
Zugleich wurden durch einen anerkannten Sachverständigen auf den entsprechenden Grundstücken der untersuchten Personen Bodenproben genommen und in einem zertifizierten Labor auf die oben genannten Schadstoffe analysiert.
Die Untersuchungsergebnisse des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts ergaben eine vergleichsweise geringe innere Belastung durch Arsen gegenüber den hohen Arsengehalten im Boden. Die Abbauprodukte im Urin zeigten bemerkenswert geringe Anteile des toxikologisch relevanten anorganischen Arsens.
Rechtsgrundlage
Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und zur Sanierung von Altlasten (BBodSchG)
Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV)
Niedersächsisches Bodenschutzgesetz (NBodSchG)